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Roboter in Serien

Eine Video-Chronologie des besten Roboter-Momente im TV - um all jene Lügen zu strafen, die meinen, das Fernsehen hätte sich nie für sie interessiert.
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1959 - Alicia (Twilight Zone)

Einer der ersten Roboter der Seriengeschichte erscheint in der siebten Folge der ersten Staffel von Rod Serlings Mystery-Anthologie „Twilight Zone“. Er hat die Gestalt einer Frau und soll einem Verbrecher, der zu fünfzig Jahren Einzelhaft auf einem fernen Asteroiden verurteilt wurde, das Leben versüßen. Warum die Folge den Titel „The Lonely“ („Der Einsame“) trägt, eröffnet sich übrigens erst ganz zum Schluss… den ich hier jedoch nicht verrate.
In der Folge „Intervention“ der Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ von 2001 tritt das weibliche Roboterobjekt in leicht abgewandelter Form als BuffyBot, das künstliche Gegenstück der legendären Vampirjägerin, noch einmal auf.

1963 - Die Daleks (Doctor Who)

Zu Beginn der Fernsehgeschichte, als die Auswahl an überzeugenden Spezialeffekten noch (recht) begrenzt war, waren Roboter mit menschlichem Erscheinungsbild willkommene Seriengäste – was manche Serienautoren nicht davon abhielt, Roboter ohne Köpfe, ohne Beine oder mit Körpern aus gedruckten Leiterplatten zu schaffen.
Die Daleks sind eigentlich gar keine Roboter, sondern kriegerische, in einen metallenen Schutzpanzer gehüllte Mutantenwesen. Diese Erzfeinde von Doctor Who treten gleich ab der zweiten Folge der Serie auf den Plan.

1966 – Robby the Robot (Die Addams-Family)

Der Roboter „Robby“ ist wohl einer der berühmtesten Fernsehroboter überhaupt. Er trat in den unterschiedlichsten Produktionen auf und spielte seit seiner TV-Premiere im Jahr 1956 in „Alarm im Weltall“ nicht nur in der „Addams Family“ mit, sondern war auch in „Twilight Zone“,Verschollen im Weltraum“ und „Love Boat“ zu sehen.  

1973 - Steve Austin (Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann)

Eine andere Roboterart verband, ähnlich wie die Daleks, die Intelligenz des (menschlichen) Geistes mit der Stärke eines Metallkörpers. Dies gilt z.B. für Testpilot Colonel Steve Austin, der nach einem Flugzeugabsturz mit bionischen Prothesen ausgestattet wird und plötzlich übernatürliche Kräfte besitzt. Auf gleiche Weise entsteht drei Jahre später die Sieben-Millionen-Dollar-Frau.

1976 - Haven und Yoyo (FutureCop und Holmes & Yoyo)

Lange bevor mit „RoboCop“ im Jahr 1987 der erste Polizeiroboter die Kinoleinwand eroberte, hatte sich das Fernsehen des Themas bereits angenommen. Die ab 1976 ausgestrahlte Serie „Future Cop“ mit John Haven als klassischem biosynthetischem Androiden wurde zwar recht schnell wieder abgesetzt, führte aber dennoch zu einer Fortsetzung mit dem Titel „Cops and Robin“.
In „Holmes & Yoyo“ wiederum ging der Roboter Gregory Yoyonivich dem Inspektor Alexander Holmes bei seinen Ermittlungen zur Hand. Dem Vorbild des Teams aus Mensch und Roboter folgte 1992 auch die ziemlich laue Serie „Mann & Machine“.

1978 – Die Zylonen (Kampfstern Galactica)

Die Zylonen gehören zu den komplexesten Robotern der Fernsehgeschichte – oder werden zumindest in ihrer Gesellschaft als solche wahrgenommen. Ihre Herkunft variiert von einer Serie zur anderen (zwischen der Originalversion und dem Remake aus dem Jahr 2003): Anfangs heißt es, sie seien von Reptilien gezeugt worden, hätten sich dann gegen ihre Schöpfer aufgelehnt und sie ausgerottet; in der zweiten Serie wird hingegen behauptet, sie seien vom Menschen geschaffen worden, hätten aber auch diesen in einem Akt der Rebellion (fast) vernichtet.

Manche Zylonen erscheinen in Menschengestalt und mischen sich unbemerkt unter die Bevölkerung, während andere, wie etwa die Zenturien, völlig mechanisch sind.

1982 – K.I.T.T. (Knight Rider)

Manchmal erscheint ein Roboter auch in der Gestalt eines Alltagsgegenstandes – zum Beispiel als Sportwagen! „K.I.T.T.“ (für „Knight Industries Two Thousand“ – nein, das fand man damals nicht lächerlich! – oder „Knight Industries Three Thousand“ in der neuen Version von 2008) ist der Name des intelligenten Autos aus „Knight Rider“, das seinen Piloten mit Witz und Scharfsinn aus den gefährlichsten Situationen rettet. Nicht die tollste Serie aller Zeiten, aber dennoch unvergesslich … leider.


1990er Jahre – Power Rangers

Unmöglich, von Serienrobotern zu sprechen, ohne die berühmten Power Rangers zu erwähnen (die Transformers, die diesen schon 1984 vorausgingen, bleiben hier aus chronologischen Gründen unberücksichtigt). Ein ganzes Jahrzehnt lang waren die Power Rangers die Helden und Vorbilder von kleinen und größeren Jungs. Und dann war da natürlich Alpha, der kleine Roboter, der den Power Rangern bei ihrem Kampf gegen große Bösewichte helfend zur Seite stand (siehe Videominute 5’38) und die Serie mit seinem kultigen Ausruf prägte: „Ai-jai-jai-jai-jai!“

2012 - Mimi (Real Humans – Echte Menschen)

In der im Januar 2012 in Schweden erstausgestrahlten Serie „Real Humans – Echte Menschen“, die ab Donnerstag, dem 4. April, auf ARTE läuft, gibt es verschiedene Roboterrassen: zum einen die Haushaltsroboter, die ihren Herren bei den täglichen Arbeiten zur Hand gehen, putzen oder den Kindern bei den Hausaufgaben helfen. Dann die Rebellen, die von Hackern aus ihrer Gefangenschaft befreit wurden.
Die dritte Art hat von beiden etwas – aus dieser stammt die Roboterfrau Mimi mit den asiatischen Zügen. Die Serie thematisiert gesellschaftliche Fragen vom freien Willen (ab wann ist man sich seiner Handlungen bewusst und für sich selbst verantwortlich?) bis zu politischem Radikalismus (wenn die Menschen beginnen, den Robotern zu misstrauen und zu meinen, diese würden ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen…). 

Dies unterscheidet „Real Humans“ von klassischen Weltraumopern à la „Kampfstern Galactica“ und deren Remake von Ronald D. Moore. Und doch stellen beide Serien im Grunde die gleiche Frage: Ist das besessene Streben des Menschen, bei der Schaffung künstlicher Intelligenz als Nachahmung menschlichen Verhaltens immer weiter zu gehen, ein Spiel mit dem Feuer? Dabei erscheint „Real Humans“ weit weniger ideologisch verblendet als sein Pedant aus Amerika.

Und dann waren da noch… Kryten („Red Dwarf“) Lisa ( aus „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“ – ein virtueller Roboter!), Vicki („Small Wonder“), Data („Star Trek“), die Biomen … und Roboz, der nützliche Helfer aus „Trio mit vier Fäusten“.