der Ausdruck

der Ausdruck: guten Rutsch

Karambolage 194 - 27. Dezember 2009
Dorothea Jung wünscht uns heute einen "Guten Rutsch". Aber woher kommt dieser Ausdruck?

Alle Jahre wieder. "Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch!" oder "Guten Rutsch!" ruft man sich vor Jahresende in Deutschland zu. Für die Franzosen wörtlich: "Une bonne glissade!


Klar, man wünscht denen, die man erst im nächsten Jahr wiedersehen wird, mit dieser Floskel einen guten Übergang, eben einen guten "Rutsch" ins neue Jahr.

Einer gängigen Theorie zufolge hat "Rutsch" jedoch nichts mit dem Verb "rutschen" zu tun, auch wenn das bei der kalten Witterung mit Schnee und Glatteis am Jahresende ja eigentlich naheliegend wäre.

Rutsch sei vielmehr eine Verballhornung des hebräischen Wortes "Rosch", das Haupt oder Anfang bedeutet. Und "Rosch ha-schana" wörtlich "Anfang des Jahres" ist die Bezeichnung für das jüdische Neujahrsfest.

Das jiddische "Rosch" habe sich nach und nach in das deutsche Wort "Rutsch" verwandelt. Und so sei "Guter Rutsch" entstanden. Diese Theorie ist in Deutschland jedoch umstritten. Manchen kommt sie etwas an den Haaren herbeigezogen vor, weswegen Sie behaupten, man müsse den Ausdruck wörtlich nehmen.

Mit "Rutsch" sei eben wirklich nur "Rutsch"gemeint. Ein etwas paradoxer Ausdruck, wie Sie zugeben müssen, denn man kann nie wissen, ob der "Gute Rutsch", den man uns wünscht, nicht doch vielleicht einer etwas weniger freundlichen Absicht entspringt.

 

Text: Nikola Obermann
Bild: Sabine Allard