Claire Doutriaux nimmt an einer „Residenz für Journalisten” in einer Schule in Frankreich teil.

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Seit Anfang des Schuljahres nehme ich an einer „Residenz für Journalisten” teil, und zwar in der Schule „Fabien“ in Saint-Denis, ein Vorort im Norden von Paris. Dieses Projekt ist in Zusammenarbeit zwischen ARTE France und dem Departement Seine-Saint-Denis entstanden, das zahlreiche Projekte mit Künstlern und Journalisten in verschiedenen Schulen organisiert. Die Schulleiterin Frau Journée hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und mehrere Lehrer haben sich entschieden am Projekt teilzunehmen. Was mich betrifft, ich habe vorgeschlagen, das Grundprinzip von Karambolage auf die verschiedenen Kulturen der Schüler und ihrer Familien zu übertragen.

In der Praxis arbeite ich mit einer „4ième“ zusammen – was ungefähr der 8. Klasse entspricht. Jeder Schüler hat einen Gegenstand aus der Wohnung seiner Eltern ausgesucht, der aus dem Heimatland der Familie kommt: In dieser Klasse haben alle Schüler einen Migrationshintergrund. Zuerst haben wir in Zusammenarbeit mit dem Französischlehrer, Herrn Kaba, die Kinder dazu angeleitet, eine schriftliche Arbeit über den Gegenstand ihrer Wahl zu verfassen: historische Nachforschungen, Familienrecherchen usw. Momentan sind wir dabei, diese Texte für den Dreh anzupassen, da wir mit jedem Schüler einen kleinen, ca. einminütigen Film über „seinen” Gegenstand drehen werden. Dreh, Schnitt, Vertonung: die Schüler werden an allen Schritten der Produktion beteiligt sein.

Das ganze Jahr über bieten wir den Schülern außerdem an, Werke anzuschauen und zu diskutieren, die ihnen nicht unbedingt vertraut sind: Dokumentarfilme, experimentelle Filme usw. Die Schüler werden darüber hinaus an einem Stop-Motion-Workshop mit der Karambolage-Graphikerin und Dozentin für Animation Elsa Perry im Studio von ARTE France teilnehmen.

Kurzum, ein Jahr voller Entdeckungen…

Claire Doutriaux