Robert Guédiguian und Ariane Ascaride / Rohingya-Flüchtlinge: Opfer der Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft?

Donnerstag, 30. November 2017
28 Minutes - 2017-2018 (68/220)
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Rohingya-Flüchtlinge: Opfer der Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft? (29.11.2017)

Das Kino von Guédiguian: Wenn die Wehmut zum Widerstand wird

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Bei seinem zwanzigsten Film La Villa hat der Regisseur Robert Guédiguian mit Schauspielern, an Orten und mit Themen gearbeitet, die ihm seit über 30 Jahren am Herzen liegen. La Villa spielt in der Felsenbucht von Méjean, die der Regisseur und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Ariane Ascaride, privat regelmäßig besuchen. Die Geschichte handelt von drei Geschwistern (gespielt von Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan und Ariane Ascaride), die sich bei ihrem Vater kurz vor seinem Tode wieder treffen. In einer melancholischen und bildlich dargestellten Winterstimmung behandelt der Film die Themen der Brüderlichkeit, der vergehenden Zeit und der Wehmut, blendet aber mit der Ankunft von Flüchtlingen in der Felsenbucht die Gegenwart nicht aus.

Robert Guédiguian und Ariane Ascaride sind heute Abend bei 28 Minuten zu Gast.

Rohingya-Flüchtlinge: Opfer der Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft?

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Seit Ende August sind über 600.000 Rohingya (sunnitische Muslime) in Flüchtlingslager nach Bangladesch geflohen. Die von der burmesischen Armee verfolgte Minderheit muss ihr Land verlassen, um dem Tod und Folter zu entkommen. Obwohl die UNO das Vorgehen als „ethnische Säuberung“ verurteilte, hat sich an der Lage nichts geändert und Myanmar setzt die Verfolgungen straflos fort. Die Rohingya-Flüchtlinge müssen unter notdürftigsten Bedingungen mit mangelhafter Hygiene, unzureichender Wasserversorgung, Hunger und Epidemien leben. Angesichts der immensen Notlage hat Bangladesch den Vorschlag gebilligt, die Flüchtlinge auf einer unbewohnten Insel anzusiedeln. Diese Woche wurde die Initiative #LoveArmyForRohingya mit der Teilnahme berühmter Youtuber und Persönlichkeiten gestartet, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Lebensbedingungen der Rohingya zu lenken.

Die Rohingya gelten als das größte Volk weltweit ohne Heimatland. Sind sie die Opfer der Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft?

Um darüber zu diskutieren, empfangen wir heute Abend die Leiterin der Advocacy-Kampagne von Action contre la Faim Pauline Chetcuti, den Leiter des Clusters Asien-Pazifik am IRIS Barthélémy Courmont und den Geografen und Birma-Experten Martin Michalon.