Norman Ohler / Frankreichs Schulden wachsen, aber wen juckt’s?

Freitag, 30. September 2016
28 Minutes - 12ème Série (19/220)
28 Minuten Hitler-Deutschland: eine Junkie-Nation? / Frankreichs Schulden wachsen, aber wen juckt’s? 28 Minuten

28 Minuten
Frankreichs Schulden wachsen, aber wen juckt’s?

Hitler-Deutschland: eine Junkie-Nation? / Frankreichs Schulden wachsen, aber wen juckt’s?

Hitler-Deutschland: eine Junkie-Nation?

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Haben Drogen in Hitler-Deutschland vielleicht eine wichtige Rolle gespielt? Davon ist der Schriftsteller Norman Ohler überzeugt.

Fünf Jahre lang hat der deutsche Journalist, Schriftsteller und Regisseur Norman Ohler in deutschen und amerikanischen Bundes- und Militärarchiven geforscht.

Seine historischen Recherchen zeigen und erzählen, wie die synthetische Droge Methamphetamin sich in den 30er Jahren auf allen Ebenen der Gesellschaft in Deutschland durchsetzte. Ein Glücksfall für das Nazi-Regime: Die Droge garantierte schnell verrichtete Arbeit, industrielle Leistung und militärische Siege. Der Blitzkrieg wird deshalb auch als Speed-Krieg bezeichnet. Trotzdem ist die Droge auch eine der Ursachen für die militärische Katastrophe Deutschlands. Wussten Sie, dass die Beziehung zwischen Dr. Theodor Gilbert Morell und seinem Patienten „A“, Adolf Hitler, von einer starken Abhängigkeit gekennzeichnet war? Und dass Hitler von Pillen abhängig war, die ihn in einem Zustand hielten, in dem er seine größenwahnsinnigen Träume verfolgen konnte?

Wir empfangen Norman Ohler heute Abend bei uns im Studio.

Frankreichs Schulden wachsen, aber wen juckt’s?​

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69,9 Milliarden Euro, eine Riesensumme, die die Vorstellungskraft des Normalbürgers übersteigt. Eine surrealistische Zahl mit konkreter Bedeutung. Es handelt sich um die Staatsverschuldung Frankreichs im Jahr 2016. Mit dieser unvorstellbaren Schuldensumme ist das öffentliche Defizit Frankreichs in den letzten vier Jahren um 2,1 Punkte auf 3,3 Prozent des BIP geschrumpft. Ohne eine drastische Senkung des Haushaltsdefizits und mit einem schwachen Wirtschaftswachstum, besteht jedoch das Risiko, dass diese Bemühungen im Sande verlaufen.
Darum hat Finanz- und Wirtschaftsminister Michel Sapin einen Haushaltsentwurf präsentiert, den er als „verantwortungsvoll“ bezeichnete. Dieser letzte Haushaltsentwurf der Amtszeit von François Hollande will das Defizit Frankreichs durch verschiedene Maßnahmen auf 2,7 Prozent des BIP zurückführen. Der Hohe Rat für Öffentliche Finanzen stellte die Prognose der Regierung allerdings als „unwahrscheinlich“ in Frage. Daraufhin fiel die Opposition über die Regierung her und kritisierte den Plan als konfus zusammengeschnürtes Maßnahmenpaket. Während auf höchster Ebene des Staates gestritten wird, wächst der Schuldenberg weiter an.

Um darüber zu diskutieren, empfangen wir heute Abend den Essayisten, Gründer und Vorsitzenden von Footprint Consultants Philippe Manière, die Ökonomin und Sprecherin von ATTAC France Aurélie Touvé und die Redaktionsleiterin der Wochenzeitschrift L’Usine Nouvelle Christine Kerdellant.