X:enius (WDR), Folge 17 (2015)
Xenius Wenn Kinder langsam, ungelenk und tollpatschig wirken, könnten das Anzeichen sein für Dyspraxie. Xenius
Bei Klassenarbeiten immer der Letzte? Eine Handschrift, die keiner lesen kann? Und beim Ballsport ohne Chance? Wenn Kinder langsam, ungelenk und tollpatschig wirken, könnten das Anzeichen sein für eine bisher wenig erforschte motorische Entwicklungsstörung: die Dyspraxie. "X:enius" begleiten einen dyspraktischen Schüler in Bordeaux bei seiner Therapie.
Bei Klassenarbeiten immer der Letzte? Eine Handschrift, die keiner lesen kann? Und beim Ballsport ohne Chance? Wenn Kinder langsam, ungelenk und tollpatschig wirken, könnten das Anzeichen sein für eine bisher wenig erforschte motorische Entwicklungsstörung: die Dyspraxie. Manchmal auch vereinfachend das „Syndrom des ungeschickten Kindes“ genannt, ist Dyspraxie ein ernstzunehmendes Handicap. Das Problem sitzt im Gehirn. Eine neuronale Fehlschaltung wird vermutet, Dyspraxie ist deshalb unheilbar. Und häufiger als man denkt: Statistisch gesehen sitzt in jeder Schulklasse mindestens ein betroffenes Kind. Aber in Frankreich und vor allem Deutschland ist das Handicap kaum bekannt. „Xenius“ will das ändern und fragt: Was genau ist Dyspraxie? Wie lebt es sich mit Dyspraxie? Und was für Hilfen gibt es? Um das herauszufinden, dürfen die „Xenius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard in Bègles bei Bordeaux dem dyspraktischen Schüler Boris im Unterricht und bei der Therapie über die Schulter schauen. Die Inklusion in seiner Regelschule klappt hervorragend – das ist nicht in jeder Schule der Fall. Deshalb gibt es in Paris die Ecole du Cerene: In Frankreichs erster Schule für Kinder mit Dyspraxie bekommen die Schüler jede Hilfe, die sie brauchen, um ihr Handicap zu kompensieren. In Deutschland hingegen fristet die Dyspraxie ein völliges Schattendasein: Eine betroffene Familie und ein engagierter Arzt wollen das jetzt ändern.