Eine Welt der Rechten?

Mit François Cusset und Johan Norberg
"Die Rechten verkaufen Versprechen und halten sie nicht; die Linken verkaufen Hoffnung und machen sie zunichte", sagte einst der französische Komiker Coluche.

In den 80er Jahren galt noch an eine klare Zwei-Parteien-Politik zwischen Rot und Schwarz, aber der Neoliberalismus zeichnete sich in Gestalt von US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher bereits ab. Und der ökonomische Zynismus nagte bereits an den demokratischen Werten der Linken.
François Cusset, Schriftsteller und Historiker analysiert diese Wende, die uns in zahlreiche Krisen stürzte. Johan Norberg denkt da ganz anders, wie der Titel seines Buchs verheißt "Fortschritt, zehn Gründe, um sich auf die Zukunft zu freuen". Kapitalismus und Globalisierung sieht der schwedische Autor als Chance. Für ihn gibt es keine Konkurrenz zwischen rechts und links sondern nur offene oder geschlossene Systeme.
Cusset prangert die sozialen und kulturellen Schäden an, die die Marktgesetze, die unsere Gesellschaft seit dem Mauerfall diktieren, anrichten. Bescheren sie uns bessere Lebensbedingungen oder eine wachsende soziale Ungerechtigkeit? Beide sind sich einig über die Bedeutung des Internets, Norberg sagt, die digitale Revolution könne kulturelle und politische Privilegien abschaffen. Cusset hingegen spricht von einem organisierten Köder, der uns ausbeutet. Persönliche Freiheit für alle? Oder Hoffnung auf eine Bewegung gegen antisoziale Normen?
 
LEKTÜRE
François Cusset: French Theory, University of Minnesota Press, 2008
François Cusset: Régis Meyran, La Droitisation du Monde, Textuel, 2016
Johan Norberg: Progress: Ten reasons to look Forward to the Future, Oneworld Publications, 2016
Johan Norberg:  Das kapitalistische Manifest, Eichborn, 2003