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Phia Ménard

Mit der Kraft einer Zirkusartistin erzählt Phia Ménard fabelhafte Traumwelten – Geschichten, die im nächsten Moment in schonungslose Heftigkeit umschlagen
Metropolis WDR 3 Phia Ménard
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Phia Ménard

Im Wirbelwind der Ventilatoren tanzen luftgefüllte Geschöpfe aus bunten Plastiktüten Kaum fassbare Wesen mit einem flatterhaften Drang nach Freiheit und Zwanglosigkeit. „L’après-midi d’un foehn“ nennt die Performance-Künstlerin Phia Ménard ihre Choreographie aus Luft, Wind und mit der Musik von Claude Debussy.

Jonglieren des nicht Jonglierbaren“, das ist ihre Kunst. Mit der Kraft einer Zirkusartistin erzählt Phia Ménard fabelhafte Traumwelten – Geschichten, die im nächsten Moment in schonungslose Heftigkeit umschlagen, immer auf der Suche nach Freiheit und Identität. Ein Ausloten möglicher Verwandlung – im eigenen Körper, aber auch in der Veränderung einer in Konventionen erstarrten Gesellschaft.

Geboren 1971 als Philippe Ménard führt sie jahrelang ein Leben als Transvestit. 2008 wechselt sie das Geschlecht, aus Philippe wird Phia, der Beginn einer neuen Identität. Die Freiheit für ihr coming-out findet sie in der Kunst – die Metamorphose wird zur Performance. Gemeinsam mit ihrer 1998 gegründeten Compagnie Non Nova schreibt, inszeniert und präsentiert sie ein Puzzle aus Ballett, Schauspiel und Zirkus, eine spielerische Auseinandersetzung mit den Mythen einer patriarchalischen Gesellschaft. Als Frau habe sie gar keine andere Wahl, als Feministin zu sein.

Der Leitfaden ihrer Performance: Dem Publikum den eigenen Körper leihen, damit die Zuschauer erleben, was sie selbst nicht wagen. Dafür bringt Phia Ménard alle Elemente zum Einsatz und schaut über den Tellerrand ihrer Biographie hinaus.

Metropolis trifft die Künstlerin mit ihrer Compagnie Non Nova in Nantes bei den Vorbereitungen zu ihrem neuen Performanceprojekt „Contes immoraux“, das sie auf der documenta 14 in Kassel vorstellen wird.

„L'après-midi d'un foehn“ wurde gerade für den französischen Theaterpreis Molière“ nominiert.

Autorin: Martina Müller 

Szenenfoto aus dem Stück Vortex
Szenenfoto aus dem Stück Vortex  © Jean-Luc Beaujault