Culture numériques

Heute ist schon morgen… Diese Woche: « Futur en Seine »

Jede Woche präsentiert euch FUTUREMAG das Beste aus der Welt der Innovationen. Diese Woche berichtet die Redaktion über einige der interessantesten, gewagtesten und beeindruckendsten Projekte, die anlässlich des Festivals Futur en Seine in Paris vorgestellt wurden. Denn heute ist schon morgen!

VIRTUAL REALITY - Wenn der Physikunterricht digital wird

Welcher Physikschüler hat nicht schon einmal davon geträumt, seine Klassenkameraden mit spektakulären Experimenten zu beeindrucken und den grauen Schulalltag ein bisschen aufzumischen? William Lindlahr vom Institut für Physik der Universität Mainz hat dafür Virtual-Reality-Experimente entwickelt, mit denen selbst die gewagtesten Versuche durchgeführt werden können - und zwar von jedem. Sehen Sie selbst!

 

 

GERECHTE SMARTPHONES - Fairphone 2: Mit gutem Gewissen telefonieren

Full HD 5 Zoll Display,  Dual-SIM-Funktion und ein elegantes Design: Das neue Fairphone beweist, dass gerechte Elektronik auch attraktiv sein kann. Das soziale Unternehmen hat jetzt die zweite Generation seines Fairphones lanciert. Das Ziel: eine längere Lebensdauer und verbesserte Reparierbarkeit. Hinzu kommen Initiativen wie die Beschaffung von konfliktfreiem Zinn und Tantal aus der Demokratischen Republik Kongo, die Finanzierung eines zweiten Sozialfonds, der von den Arbeitnehmern des neuen Produktionspartners in China verwaltet wird, sowie die Optimierung des Elektroschrott-Recyclingprogramms in Ghana. Doch das Ganze hat auch seinen Preis: 525 Euro soll das neue Fairphone kosten.

 

STADTPLANUNG - Matrioshka, das vernetzte Stadtmöbel

Quatorze ist ein junges Architekten-Kollektiv, das Matrioshka entwickelt hat - ein vernetztes Stadtmöbel. Diese hybride Struktur ist mit einziehbaren Tischen und Stühlen ausgestattet und als Raum für Geselligkeit und zum Co-Working gedacht. Sogar Wlan und Ladestationen soll es dort geben. Matrishka produziert seine eigene Energie, dank eines Windrads und Solaralagen, mit bis zu 600 W/H.

 

UMWELT - Pflanzen, die die Luftverschmutzung messen

Zwei junge Studenten des Netzwerks Ganymede hatten die Idee, Pflanzen zur Messung der Luftverschmutzung zu verwenden. Dafür werden die Pflanzen mit Sensoren ausgestattet, die den Grad der Photosynthese erfassen können. Denn diese ist stark vom Niveau der Luftverschmutzung abhängig. Wenn das Licht grün leuchtet, ist die Luftqualität gut, ansonsten färbt es sich orange oder sogar rot. Da diese Pflanzen miteinander verbunden sind, werden die Daten, die sie produzieren, bei der Auswertung zeigen, wo die am meisten betroffenen Stadtteile liegen. Eine sinnvolle Art und Weise, Pflanzen in der Stadt anzubauen!

 
 

GESUNDHEIT - Vernetzte Mützen und T-Shirts sollen Epilepsieanfälle erkennen

Schneller als die traditionelle Art und Weise, einen Epilepsieanfall zu erkennen, funktioniert das Ganze mithilfe von Neuronote. Der vernetzte Apparat ermöglicht es, Anfälle von zu Hause aus zu diagnostizieren. Der Patient muss sich lediglich Mütze und T-Shirt anziehen, die mit Sensoren ausgestattet sind und die Gehirnaktivität messen können. Das Ganze kann auf Distanz erfasst werden, dadurch sind die Chancen, einen Anfall zu registrieren, höher - und somit ist eine schnellere Versorgung gewährleistet.

 

3D-Druck: Haut aus dem Labor!

Wir haben bereits auf FUTUREMAG darüber berichtet: Bio-Printing ist vielversprechend für die Zukunft. Und bald auch für alle Labore machbar. Der kleine Drucker BioBots etwa wurde gerade erst an der University of Pennsylvania entwickelt und hat schon seinen Platz in zahlreichen europäischen Laboren gefunden! Das Ziel: Haut auf der Basis von Stammzellen zu drucken (und eines Tages vielleicht sogar ganze Organe), um so Tierversuche zu vermeiden und Menschen heilen zu können.

 

INTERNET DER TIERE - Willkommen in der Welt der vernetzten Kühe

Was wäre, wenn Sie den gesundheitlichen Zustand Ihrer Kuh… per SMS erfahren würden? Dank eines Chips des Startups Biopic, der in die Kuh eingesetzt werden kann, weiß ein Züchter künftig alles über seine Herde. Die Sensoren schicken verschiedene Daten, etwa die Körpertemperatur der Tiere oder ihre Aktivität, an die Cloud. Der Farmer erhält eine Benachrichtigung per SMS und ist somit bei Notfällen vorgewarnt - etwa wenn die Kühe ihren Eisprung haben. “Das Ziel ist es, dem Züchter alle Infos auf einmal zu geben” erklärt Frédéric Roullier, Züchter und Gründer des Startups. Eines Tages könnten die Chips sogar bei Hunden und Pferden eingesetzt werden. Was für Geeks, diese Tiere!

 

APP - Eine Plattform für unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten

Schwindel, Erbrechen, Gliederschmerzen.... Manchmal lösen Medikamente unangenehme Reaktionen aus. Auch wenn die potenziellen Beschwerden im Beipackzettel aufgelistet sind, reagieren einige  Menschen heftiger als andere. Normalerweise informieren Ärzte und Apotheker die jeweils zuständigen Stellen über solche Fälle, und diese übermitteln die Informationen dann an die Europäische Arzneimittel-Agentur. Jetzt soll My eReport des Startups eVeDrug diese Funktion übernehmen. Auf dieser Plattform konnen Patienten online ihre eventuellen Beschwerden nach der Einnahme eines Medikaments  registrieren und einsehen, ob auch andere Patienten in Europa darunter leiden. Die Ergebnisse werden anschließend an die Europäische Arzneimittel-Agentur weitergeleitet.

 

SOZIALE NETZWERKE - Horyou, die solidarische Plattform

Horyou, 2013 in Genf gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, das größte soziale Netwerk für Organisationen weltweit zu werden. Ob NGO, ehrenamtlicher Helfer, Promi oder Stiftung: jeder kann sich in dem auf fünf Sprachen verfügbaren Netzwerk registrieren. Eine weitere Zielgruppe sind Personen, die sich gerne sozial engagieren würden, aber nicht wissen, wo. Im Jahr 2014 etwa haben sich über Horyou ein ehrenamtlicher Hip-Hop-Verein aus New-York und Ehrenamtliche aus dem Tschad gefunden, die in ihrer Heimat ein ähnliches Projekt initiieren möchten. Mit Horyou sind sozialen Aktionen keine Grenzen mehr gesetzt!

 

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Von Kerstin Acker, Camille Gicquel und Miléna Salci