Vernetzte Objekte

Heute ist schon morgen #45: 3 Erfindungen erleichtern der Feuerwehr die Arbeit

Sendung vom 7. November 2015
Die neuen Technologien eröffnen zahlreiche Möglichkeiten zur Unterstützung der Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen. In Notsituationen steht viel auf dem Spiel, und jede Sekunde sowie jede Information können entscheidend sein. Überblick über drei Erfindungen, die den Alltag bei der Feuerwehr erleichtern. Denn heute ist schon morgen.

Ein autonomer Helikopter überfliegt Brände

Bei großflächigen Waldbränden ist es üblich, die Feuer mit Flugzeugen zu überfliegen – ein gefährliches Unterfangen! Das amerikanische Unternehmen Lockheed Martin hat einen autonomen Helikopter entwickelt, dessen Flugplan von den Einsatzkräften programmiert werden kann, wodurch die Risiken möglichst gering gehalten werden. Er wurde im Oktober erstmals im US-Bundesstaat Idaho getestet und kann große Mengen Wasser über schwer erreichbaren Gebieten abwerfen. Das ist nicht wirklich neu, die echte Innovation folgt erst: Dank zahlreicher Sensoren kann der Helikopter auch nachts oder bei dichtem Rauch eingreifen – Menschen wäre das  nicht möglich. So könnten dreimal so viele Einsätze geflogen werden wie bisher.  

„Feuer in der Wildnis ist ein großes Problem, ganz besonders im amerikanischen Westen“, erklärt Mark Bathrick, Leiter der Abteilung Flugdienste bei Lockheed Martin. „Ich glaube, dass diese Technik auf andere Helikopter, Löschflugzeuge etc. übertragbar ist. […] Damit kann die Sicherheit sowohl für die Feuerwehrleute am Boden als auch für die gefährdeten Anwohner erhöht werden.“

 

Eine Applikation begleitet die Feuerwehrmänner auf ihren Einsätzen

Um in Krisensituationen wie bei Verkehrsunfällen oder Bränden angemessene Entscheidungen treffen zu können, benötigt die Feuerwehr zahlreiche Informationen, und das möglichst in Echtzeit. Zudem sollten diese gut und schnell zugänglich sein. Der junge amerikanische Feuerwehrmann und passionierte Informatiker Patrick Jackson hat eine Applikation für Google Glass entwickelt, die den Zugriff auf diese manchmal überlebenswichtigen Daten vereinfacht. Auf der Computerbrille werden sämtliche von den an der Erstellung des Einsatzplans beteiligten Teams zusammengetragenen Informationen ständig aktualisiert und angezeigt: genauer Brandherd, Gebäudestruktur, Zugang zu Feuerlöschsystemen etc. Die Applikation zeichnet außerdem die Abfahrt vom Feuerwehrhaus und die Ankunft am Brandort auf, was bei Ermittlungen wegen Brandstiftung, aber auch für die Ausbildung von Feuerwehrleuten sehr wichtig ist. Diese Innovation könnte auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel Notaufnahmen in Krankenhäusern, äußerst nützlich sein.

 

Vernetzte T-Shirts und Westen für die „Ersthelfer der Zukunft“

Das Sammeln und Auswerten von Informationen in Echtzeit ist auch Gegenstand des 2010 in Athen ins Leben gerufenen europäischen Programms „E-Sponder“ als globalem Ansatz zur Ausbildung der Ersthelfer der Zukunft. Die Einsatzkräfte tragen TShirts und Westen mit Sensoren, die Informationen zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzusammensetzung etc. in Echtzeit an die Einsatzzentrale übermitteln. Dort werden die Daten auf einem Rechner gesammelt und anschließend über die Einsatzstrategie entschieden.


Foto: E-Sponder
 
Von Camille Gicquel